Tiermedizin studieren? Vorreiter lehrten in Göttingen

Wer Tiermedizin studieren will, hat eine lange Ausbildung vor sich. Vielfältige Berufsmöglichkeiten und akademische Würden sind Lohn der Anstrengung. Der Veterinärmediziner spezialisiert sich wie der Humanmediziner.

In Deutschland saßen die Vorreiter in Göttingen. Dort entstand um 1770 die erste akademischen Ausbildungsstätte, an der Studenten sich auf die Behandlung von „Viehkrankheiten“ vorbereiten konnten. Wenige Jahre später etablierte sich eine vergleichbare Schule in Hannover. Die Nachfolge-Einrichtung in Göttingen existiert noch, aber Tiermediziner oder – wie sie auch heißen – Veterinärmediziner werden dort nicht mehr ausgebildet. In Hannover ist das anders; dort lebt die Tradition fort. Daneben bieten auch Hochschulen in Berlin, Gießen, Leipzig und München ständige veterinärmedizinische Studiengänge an. Voraussetzung für die Einschreibung ist das Abitur.

Wer Tiermedizin studieren will, muss sich auf ein langes und anspruchsvolles Studium gefasst machen. Als Motivation reicht die Liebe zu „Katz und Maus“ vielleicht aus, Garantie für einen erfolgreichen Abschluss ist sie nicht. Fördernd wirken eher naturwissenschaftliche Interessen, vor allen in denn Fächern Biologie und Chemie. Wie beim Humanmediziner gliedert sich das Studium in Abschnitte. Mit dem Vorphysikum hat man die erste Hürde geschafft; es folgen Physikum und klinischer Abschnitt. Am Ende stehen das Staatsexamen und die Approbation als Tierarzt. Den begehrten Doktor-Titel hat man damit noch nicht, denn wie beim Humanmediziner – und wie übrigens in allen anderen wissenschaftlichen Disziplinen – ist dafür die Promotion notwendig.

Veterinärmediziner spezialisieren sich wie Humanmediziner und können sich nach einer entsprechenden Weiterbildung ihrem Klientel schließlich als Facharzt empfehlen: für Kleintiere, für Rinder oder Pferde, für Geflügel etc.. Eine andere Variante ist die Konzentration auf bestimmte Krankheitsbilder: Augenkrankheiten, innere Erkrankungen, Erkrankungen des Skeletts – auch hier ist die Liste noch nicht zu Ende. Schließlich wird der spätere Berufsalltag des Tierarztes entscheidend von der Umgebung seiner Praxis geprägt. Stadt oder Land – das macht einen großen Unterschied. Wer Tiermedizin studieren und dann vor allem für Landwirte tätig werden will, muss wissen, dass er auch bei der Seuchenkämpfung und damit notfalls bei der Massentötung von Tieren gebraucht wird.